Tear Down Tönnies!

+++ Reportage über das System Tönnies ++++

https://www.sat1.de/tv/sat-1-investigativ/video/11-inside-toennies-ganze-folge

+++ Spendenkampagne: ++++

Gemeinsam gegen Tönnies und das System!

Der Fleischkonzern Tönnies verklagt Aktivist*innen von Tear Down Tönnies wegen Schlachthof-Blockade, alleine die Gerichtskosten belaufen sich auf ca. 30.000 Euro! Nun gibt es eine Spenden-Kampagne, unterstützt die betroffenen Aktivist:innen! (Die Spenden werden keinesfalls an Tönnies oder dessen Anwält*:nnen gehen).
https://www.betterplace.me/solidaritaet-mit-tear-down-toennies

Im Oktober 2019 blockierten wir, die Aktionsgruppe “Tear down Tönnies”, den Tönnies-Schlachthof “Thomsen” in Kellinghusen. Knapp elf Stunden lang verhinderten wir so den regulären Schlachtbetrieb. Ziel der Aktion war es, auf die prekären Arbeitsbedingungen, das endlose Tierleid und die starke Klima- und Umweltbelastung durch die Tierindustrie aufmerksam zu machen.

Seit August 2020 versucht das Skandalunternehmen Tönnies mit zivilrechtlichen Klagen und Schadensersatzforderungen Proteste von Aktivist*innen der Tierbefreiungs- und Klimagerechtigkeitsbewegung zu unterbinden.
Neben dem Schadensersatz fordert Tönnies außerdem eine Unterlassungs-Erklärung. Damit will Tönnies erreichen, dass wir es zu unterlassen haben, das Gelände des Schlachthofes zu betreten, den Zugang zu den Rampen oder die Zufahrt zum Schlachthof durch den Aufenthalt von Personen auf der Fahrbahn zu beeinträchtigen und / oder Dritte dazu zu veranlassen oder dabei zu unterstützen. Im Falle einer Zuwiderhandlung sollen wir 250.000 Euro zahlen oder zu einer Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten verurteilt werden.

Tönnies versucht so, zukünftige Proteste zu unterbinden!

Unsere Grundrechte einschränken zu lassen und einem Konzern, der seinen Gewinn mit der Ausbeutung von Menschen, Tieren und Umwelt macht, Schadensersatz zu zahlen? Bestimmt nicht freiwillig!

Leider waren viele Richter:innen nicht willens, die uns in Rechnung gestellte Forderung kritisch zu hinterfragen und unseren Protest über den Rechtsmissbrauch der Prozessordnung zu berücksichtigen.
Ein klarer Fall von Klassenjustiz!

Der Verlauf der Verfahren und die bereits gefällten Gerichtsurteile machen es uns unmöglich, die Schadensersatzzahlung an Tönnies weiterhin abzuwenden, so dass wir gezwungen waren den Schadensersatz einmal zu zahlen.

Es ist ein Skandal, dass auf diese Weise letztlich mit juristischen Tricks ein legitimer Protest unterdrückt werden soll. Doch wir lassen uns von diesen Einschüchterungsversuchen nicht beeindrucken. Unser Widerstand ist richtig und notwendig. Wir können nicht zulassen, dass Konzerne wie Tönnies weiter die Lebensgrundlage unseres Planeten vernichten. Daher müssen und werden wir weiter Widerstand leisten.

Jedoch sind uns zusätzlich zu der Schadensersatzsumme bereits Gerichtskosten in Höhe von ca. 30.000 Euro entstanden.

Darum sind wir auf eure Solidarität und Unterstützung angewiesen. Für die bereits angefallenen und noch weiter anwachsenden Anwält:innen- und Gerichtskosten benötigen wir dringend Unterstützung: in Form von Solidaritätsaktionen gegen Tönniesbetriebe, Soli-Veranstaltungen, Solidaritätsbekundungen, Flyerverteilungen, die Verbreitung unseres Falles aber natürlich auch durch Spenden!
Eure Spenden werden keinesfalls an Tönnies oder dessen Anwält:innen gehen.

Unterstützt die betroffenen Aktivist*innen
https://www.betterplace.me/solidaritaet-mit-tear-
down-toennies

Foto: Angelika Oetker-Kast

+++ Spendenaufruf Schadensersatz- und Unterlassungsklage “Tear down Tönnies” +++

Tönnies fordert Schadensersatz von Aktivist*innen – diese wehren sich juristisch!

Das Skandalunternehmen Tönnies fordert Schadensersatz und Unterlassungserklärungen von Aktivist*innen der Klimagerechtigkeits- und Tierbefreiungsbewegung. Der milliardenschwere Fleischkonzern wirft ihnen vor, das Unternehmen mit einer Blockadeaktion seines Schlachthofs in Kellinghusen (Schleswig-Holstein) wirtschaftlich geschädigt zu haben. Die Aktivist*innen wehren sich mit juristischen Mitteln dagegen. Dabei verfolgt Tönnies die Strategie, gegen jede Aktivist*in einen separaten Prozess zu führen, um auf diese Weise die Prozesskosten und den Aufwand aufseiten der Angeklagten in die Höhe zu treiben.

Leider waren viele Richter*innen nicht willens, die uns in Rechnung gestellte Forderung kritisch zu hinterfragen. Trotz umfangreicher Versuche der Anwält*innen und öffentlichen Drucks lassen sich die meisten Gerichte auf das Vorgehen von Tönnies ein. Damit zementieren die Gerichte die ungleichen gesellschaftlichen Machtverhältnisse weiter.

Dabei gibt es einige Punkte, die Anlass zum Zweifel an der Richtigkeit der Rechnungen geben. So ist Tönnies dafür bekannt, sich jeglicher Verantwortung zu entziehen. Für die Unterkünfte der Arbeiter*innen sind in der Regel andere „Dienstleiter“ zuständig, für den Arbeitsschutz und Arbeitszeitverstöße tragen sie natürlich keine Verantwortung, es sind ja die Angestellten einer anderen Firma, bei Verstößen gegen den Tierschutz liegt die Verantwortung bei den Landwirt*innen, Zulieferern oder den einzelnen Mitarbeiter*innen, und dies hat alles nichts mit dem System oder der Firma Tönnies zu tun?

Im Prozess zeichnet Tönnies ein ganz anderes Bild von sich. Für jegliche Verzögerungen im Ablauf oder Verluste bei Landwirt*innen und Zulieferern kommt selbstverständlich die Firma Tönnies auf. Verträge gibt es darüber nicht, aber dieses Vorgehen ist in der Schlachtbranche so üblich.

Es ist sehr bitter, dass Tönnies mit derart absurden Behauptungen bei einigen Gerichten durchgekommen ist. Auch der Hinweis auf den Rechtsmissbrauch der Prozessordung wurde von vielen Gerichten nicht berücksichtigt.

Zusätzlich zu der Schadensersatzsumme sind uns bereits Gerichtskosten in Höhe von ca 30.000 Euro entstanden.Um gegen die bisherigen Urteile in Berufung zu gehen, müsste eine Sicherheitsleistung von jeweils 20.000 Euro hinterlegt werden. Durch die Aufspaltung der Verfahren reicht aber eine einzige Verurteilung aus, um den Schadensersatz erzwingen zu können, wohingegen wir Aktivist*innen umgekehrt jedes einzelne Verfahren gewinnen müssten, um die Forderung abzuwenden. Die Durchsetzung unserer Rechte in diesem Verfahren wurde durch die Aufsplittung der Prozesse für uns somit unmöglich gemacht.
Der Verlauf der Verfahren und die bereits gefällten Gerichtsurteile machen es uns unmöglich, die Schadensersatzzahlung an Tönnies weiterhin abzuwenden, so dass wir die Berufung in Kiel zurückziehen mussten und gezwungen waren den Schadensersatz einmal zu zahlen.

Dadurch werden rechtsstaatliche Prinzipien gefährdet. De facto können Menschen und Gruppen, die nicht die entsprechenden finanziellen Mittel haben, sich vor Gericht nicht verteidigen.

Um die Kosten nicht noch weiter nach oben zu treiben, haben wir beantragt, die weiteren Verfahren schriftlich weiterzuführen. Da die Schadensersatzforderung schon rechtskräftig ist, geht es bei den weiteren Verfahren “nur” noch um die Unterlassungserklärung, wo wir jedoch noch Aussichten auf erfolgreiches Widersetzen sehen.

Es ist ein Skandal, dass auf diese Weise letztlich mit juristischen Tricks ein legitimer Protest unterdrückt werden soll. Doch wir lassen uns von diesen Einschüchterungsversuchen nicht beeindrucken. Unser Widerstand ist richtig und notwendig. Wir können nicht zulassen, dass Konzerne wie Tönnies weiter die Lebensgrundlage unseres Planten vernichten. Daher müssen und werden wir weiter Widerstand leisten.

-> Direkt zur Prozesschronik.

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Konto: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC: VBMHDE5F
Bank: Volksbank Mittelhessen
Betreff: Tear Down Tönnies [Wichtig, bitte unbedingt angeben]

-> Weitere Infos zu Unterstützungsmöglichkeiten.

Hintergrund

Am 21.10.2019 blockierten etwa 30 Aktivistinnen der Aktionsgruppe “Tear down Tönnies” den Tönnies-Schlachthof “Thomsen” in Kellinghusen. Knapp elf Stunden lang verhinderten sie so den regulären Schlachtbetrieb. Ziel der Aktion war es, auf die prekären Arbeitsbedingungen, das endlose Tierleid und die starke Klima- und Umweltbelastung durch die Tierindustrie aufmerksam zu machen. Acht Monate nach der Blockade fordert das Unternehmen von mehreren Aktivist*innen zunächst knapp 40.000€ Schadensersatz und droht damit, die Zahlung gerichtlich durchsetzen.

Zuletzt stand das Unternehmen Tönnies durch die hohe Zahl an Corona-Infektionen an seinem Hauptstandort in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) in den Schlagzeilen. Mehr als 1.300 Arbeiterinnen des größten Schlachthofs Europas hatten sich mit dem Virus Covid-19 infiziert. Grund dafür war der Mangel an Schutzmaßnahmen vonseiten des Unternehmens. Es kam zu einem Lockdown des Kreises Gütersloh und zu einer vierwöchigen Schließung des Schlachtbetriebs.

Doch bereits vor der Corona-Krise stand Tönnies regelmäßig negativ in den Schlagzeilen: Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischindustrie sind seit vielen Jahren bekannt. Und auch für andere Krisen trägt der Tönnies-Konzern eine Mitverantwortung: “Die Klimakrise schreitet immer weiter voran, dabei verursacht die Tierproduktion etwa ein Sechstel der weltweiten Treibhausgasemissionen. Nitratverseuchung des Grundwassers, Antibiotikaresistenzen sowie die Abholzung des Regenwaldes für Futtermittelimporte sind nur einige weitere negative Folgen der Tierproduktion. Die grausame Ausbeutung und Gewalt gegen Tiere ist ebenfalls bekannt und dokumentiert, doch selbst kleinste Versuche der Verbesserung der Lebensbedingungen für die Tiere scheitern am Widerstand der Fleischindustrie und allen voran des größten Players Tönnies”, erklärt Aktivistin Isa. Proteste gegen die Fleischindustrie seien somit nötiger denn je, heißt es weiter. Von der Schadensersatzforderung wollen die Aktivist*innen sich nicht einschüchtern lassen und ihre Proteste fortsetzen.

„Tönnies’ Profite in Milliardenhöhe schöpfen sich aus extremer Ausbeutung von Arbeiter*innen, Umwelt- und Klimazerstörung sowie Gewalt an Tieren. In NRW beantragt Tönnies Geld für seinen selbstverschuldeten Betriebsausfall vom Staat und in SH werden Aktivist*innen zur Kasse gebeten. Dass dies in einer Zeit passiert, in der die Tierindustrie noch nie so breit und kritisch diskutiert wurde und der Widerstand vor den Schlachthoftoren stetig wächst, ist kein Zufall. Diese dreisten Geldforderungen lassen sich als Reaktion eines schlechten Verlierers verstehen. Dies dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Stattdessen sollten die Fleischkonzerne wie Tönnies enteignet und der längst überfällige Ausstieg aus der Tierindustrie eingeleitet werden.“, sagt Aktivist*in Maxi.

Vielen Dank für Eure Unterstützung!